Schnelle und ausfallsichere Internetanbindung
Einleitung
In vielen Branchen stellt eine schnelle und ausfallsichere Internetanbindung heute eine kritische Ressource im Unternehmensalltag dar. So vielfältig wie die Nutzungsarten des Netzes sind, so unterschiedlich sind dabei auch die Anforderungen an das Zugangsmedium – Voice-over-IP-Telefonie verlangt nach einer latenzarmen Anbindung, Videostreaming und Dateiübertragungen benötigen enorme Bandbreiten, und viele kritische Geschäftsprozesse verlangen eine höchstmögliche Ausfallsicherheit der verwendeten Zugangstechnik.
Diese Vielfalt von wachsenden und sich stetig verändernden Anforderungen stößt bisher auf eine geringe und unflexible Auswahl an Internetzugangslösungen für Unternehmen. Preisgünstige Consumerangebote, wie z.B. ein einzelner ADSL-Anschluss entsprechen selten diesem Bedarf. Mit üblichen Verfügbarkeiten von 97% im Jahr, entsprechend einem jährlichen Gesamtausfall von über 250 Stunden, disqualifizieren sie sich zudem für den geschäftskritischen Unternehmenseinsatz.
Die auf Unternehmen ausgerichteten Zugangsangebote basierten in der Vergangenheit üblicherweise auf dedizierten Standleitungen, die in Kombination mit einer Backup-Leitung brauchbare Verfügbarkeiten erreichten. Abschreckend waren und sind allerdings die laufenden Kosten: Oft liegen sie bei mehr als dem zehnfachen von mit vergleichbaren Bandbreiten ausgestatteten Consumerangeboten - mangelnder Wettbewerb führt zu Mondpreisen.
Als Mittelweg haben sich heute SDSL-basierte Angebote für den Unternehmenseinsatz etabliert. Diese sind üblicherweise mit einer Bandbreite von 2Mbit/s in Up- und Downstream ausgestattet. Mit jährlichen Verfügbarkeiten von 98% schneiden sie aber auch nur unwesentlich besser als die ADSL-Consumerangebote ab, wenn es um die Zuverlässigkeit geht. Hier wird daher auch wieder zu Backupleitungen gegriffen, die zusätzliche Kosten verursachen. Dennoch: SDSL-basierte Angebote sind dank Wettbewerb am Markt heute vielerorts sehr preisgünstig zu erhalten.
Was aber, wenn für eine Anwendung mehr als 2Mbit/s im Upstream benötigt werden? Oder wenn zusätzlich zu diesem Upstream noch 30Mbit/s im Downstream erforderlich sind? Was ist mit geschäftskritischen Anwendungen, bei denen jegliche Ausfallzeiten inakzeptablen Unternehmensstillstand bedeuten? Und wie steht es mit Unternehmenstandorten, an denen überhaupt keine DSL-basierte Angebote verfügbar sind?
In diesen und vielen anderen Fällen standen Unternehmen bisher vor einem nahezu unlösbaren Problem. Mit dem Multichannel VPN Router steht hierfür erstmals eine Lösung zur Verfügung.
Die Lösung: Bündelung mehrerer Breitbandzugänge
Der Viprinet Multichannel VPN Router ermöglicht es, bis zu 6 Internet-Zugangsleitungen in gebündelter Form einzusetzen. Durch das von Viprinet entwickelte neuartige Bündelungsverfahren können dabei beliebige unterschiedliche Zugangstechniken kombiniert werden – also z.B. mehrere ADSL-Anschlüsse kombiniert mit einem SDSL-Anschluss oder UMTS-Zugängen. Sämtliche angeschlossene Leitungen erscheinen dabei zum LAN hin als eine einzige „dicke Leitung“. Der Ausfall einzelner Zugänge in diesem Verbund bewirkt nur eine Verringerung der zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Gesamtbandbreite. Durch die Verteilung des Gesamtausfallrisikos auf mehrere Zugangsanbieter lässt sich zudem leicht eine jährliche Verfügbarkeit von über 99,99% erreichen.
Basierend auf dem Multichannel VPN Router lassen sich somit nun auch höchste Anforderungen im Bereich der Internet-Unternehmensanbindung umsetzen. Passend zum Bandbreitenbedarf in Up- und Downstreamrichtung können ADSL- und SDSL-Angebote miteinander kombiniert werden – beispielweise können 2 ADSL2+-Anschlüsse mit jeweils 16Mbit/s Down- und 1Mbit/s Upstream kombiniert werden mit einem SDSL-Anschluss mit 2Mbit/s synchroner Bandbreite, um ingesamt 34Mbit/s Downstream und 4Mbit/s Upstream zu erhalten. Sind geringstmögliche Ausfallzeiten ein Kriterium, kann durch Kombination verschiedener Internet-Provider und Leitungsführungen eine Hochverfügbarkeit des Netzzuganges erreicht werden. So lassen sich beispielsweise DSL-basierte Anschlüsse mit UMTS-Zugängen kombinieren – selbst beim Ausfall der gesamten DSL-Vermittlungsstelle wäre die Netzanbindung via UMTS weiter gewährleistet. An Standorten, an denen keine DSL-basierten Angebote verfügbar sind, lassen sich alternativ mehrere UMTS-Zugänge gebündelt nutzen – eine ideale Lösung auch für den breitbandigen Zugang an häufig wechselnden Standorten (Messen, Übertragungswagen).
Die praktische Umsetzung
Die an den Multichannel VPN Router angeschlossenen Zugangsleitungen werden nicht direkt für den Datenverkehr genutzt. Stattdessen wird über alle aktuell verfügbaren Leitungen ein verschlüsselter VPN-Tunnel zu einer zentral in einem Internet-Backbone befindlichen Gegenstelle, dem sogannten „VPN Hub“ aufgebaut. Diese verschlüsselten Tunnel werden vom Router intern gebündelt, und stehen zum LAN hin wie eine einzige Leitung zur Verfügung. Im VPN Hub werden die Datenströme dann wieder entschlüsselt, korrekt zusammengesetzt und an ihr eigentliches Ziel im Internet weitergeleitet.
Durch dieses Verfahren wird es nicht nur möglich, dass selbst ein einzelner Download alle Leitungen gleichzeitig nutzt. Der Router ist so auch in der Lage, beim Ausfall einzelner Leitungen verlorengegangene Datenpakete über die übrigen Leitungen nachzusenden. Ausfallende Einzelleitungen bewirken daher keinerlei Verbindungsabbrüche – auch die bei ADSL üblichen 24h-Disconnects sind nicht mehr festzustellen.
Die von den Anbietern der physikalischen Leitungen bereitgestellten IP-Adressen finden im LAN keine Verwendung mehr – sie sind völlig unsichtbar und abgeschirmt. Stattdessen kann ausgehend vom VPN Hub eine beliebige Anzahl von öffentlichen IP-Adressen durch den Tunnel zum Standort geroutet werden. Dies ermöglicht den Betrieb vieler von außen erreichbarer Dienste wie z.B. Mailservern oder Fernarbeitsplätzen innerhalb des lokalen Firmennetzwerkes. Auch sorgt es dafür, dass der lokale Standort unabhängig von der IP-Adressvergabe einzelner Leitungsanbieter wird – so lassen sich bei den physikalischen Leitungen jederzeit die aktuell günstigsten Angebote ohne lange Vertragslaufzeiten einsetzen.
Damit das vom Multichannel VPN Router verwendete Bündelungsverfahren am Unternehmensstandort also für hohe Flexibiltät und einen schnellen wie ausfallsicheren Internetzugang sorgen kann, ist eine zuverlässig und sicher in einem Internetbackbone angeschlossene Gegenstelle in Form eines weiteren Multichannel VPN Routers die Voraussetzung.
Der Betrieb dieser Gegenstelle kann eigenverantwortlich selbst übernommen werden. Dies bietet sich an für in der IT-Branche tätige Unternehmen, die ohnehin bereits Flächen in einem Rechenzentrum betreiben. Hier kann der als VPN Hub fungierende Multichannel VPN Router dann gemeinsam mit der übrigen Serverhardware im Rechenzentrums-Rack untergebracht werden.
Alternativ ist es aber auch möglich, eine solche Gegenstelle auf Mietbasis zu nutzen. Dies wird u.a. von Viprinet und seinen Partnerunternehmen angeboten. Hier wird der VPN Hub dann direkt an einem Internetbackbone in einem nach höchsten Standards gesicherten und überwachtem Rechenzentrum betrieben. Die Auswahl der verwendeten Leitungen am Unternehmensstandort bleibt dabei dem Kunden frei überlassen.
Während die Erfordernis einer Gegenstelle zunächst eine gewisse Einstiegshürde darstellt, überwiegen in der Praxis die Vorzüge. Zudem wird der Weg geebnet für zukünftige Netzausweitungen: Ein einziger VPN Hub kann eine Vielzahl von Unternehmensstandorten oder Außendienstmitarbeitern gleichzeitig versorgen – zu einer vollständigen VPN-Vernetzung weiterer Niederlassungen oder der Einrichtung von externen Arbeitsplätzen ist es dann nur noch ein kleiner Schritt. Mehr Informationen zu den erweiterten Möglichkeiten beim Einsatz des Multichannel VPN Routers zur Standortvernetzung finden Sie in unserer Lösungsübersicht „VPN-Standortvernetzung“.
Gerne stehen wir Ihnen gemeinsam mit unseren Partnern zur Seite, um für Sie eine zu Ihren Anforderungen passende Netzanbindung zu erarbeiten. Sprechen Sie uns an!